Chronik

Wie alles begann...

Am Montag, den 15. Juli 1907 gründeten neunzehn Burschen aus Au und Umgebung den Gebirgstrachten−
erhaltungsverein "Immergrün". Bereits ein Jahr nach der Gründung trat der Verein im März 1908 dem
Gauverband I bei. Das erste Vereinslokal war das vom Gründungsmitglied Martin Stigloher betriebene
Gasthaus Marzelli. Am 23. August 1908 wurde im Vereinslokal das Gründungsfest gefeiert. Im Jahre 1911
wurde eine Standarte angeschafft,welche 27.50 Mark kostete. Aus dem Ersten Weltkrieg kehrte eine Reihe
von Mitgliedern nicht mehr zurück. Im Jahre 1919 war die Zahl der Mitglieder auf zwölf zusammengeschmolzen.
Nur durch den Beitritt mehrerer junger Mitglieder konnte eine Auflösung verhindert werden. Im Mai 1919
wurde als neues Vereinslokal der Wohlschlagerwirt Josef Huber bestimmt (heute Lindenwirt).

1. Fahnenweihe 1922

Der 23. Juli 1922 war einer der bedeutungsvollsten Tage in der Geschichte des Vereins. Die an diesem Tage
abgehaltene Fahnenweihe gestaltete sich zu einem glanzvollen Fest. 63 Vereine mit sieben Musikkapellen
aus Bayern und Tirol kamen nach Au. Der Schriftführer berichtet von Tausenden von Festbesuchern und zwei
Extrazügen aus Aibling. Als Patenverein konnte man "D'Wendelstoana" aus Hausham gewinnen. Fahnenmutter
war die Altenburgerbäuerin Maria Kirchberger, Fahnenbraut Kathi Gasteiger und Fähnrich Vitus Gasteiger,
beide von Kornhub.

Die Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg

Kurz nach der Fahnenweihe kam die Inflationszeit. Eine Begebenheit aus jenen Tagen zeigt deutlich die
Schwierigkeiten auf, mit denen die Menschen damals zu kämpfen hatten. Das Protokoll vom 9. Juni 1923
berichtet: "Es mußte eine Versammlung abgehalten werden, um einen neuen Vorstand zu wählen, denn unser
Vorstand Wendlinger kam nach Hausham ins Bergwerk, um sich in dieser schweren Zeit sein Brot zu verdienen".
Wenn auch bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges das Vereinsleben nicht zum Erliegen kam - eine Jugendgruppe
machte von sich reden - so war doch die Eigenständigkeit stark eingeschränkt.

Neubeginn nach dem Krieg

Stark hatten sich die Reihen durch den Zweiten Weltkrieg gelichtet. Wie nach dem Ersten Weltkrieg war aber die
Begeisterung für die Trachtenvereine auch diesmal wieder sehr groß. 1946 fand die erste Generalversammlung statt.
Der Chronist berichtet: "Nach langer Zeit wurde der Verein und seine Tätigkeit durch die Militärregierung genehmigt,
da der Verein sich nie politisch betätigte und auch weiterhin schon das Wort Politik weit abseits des Trachtenvereins
bleiben soll." Ein Jahr danach konnte der Verein sein 40jähriges Stiftungsfest begehen.

2. Fahnenweihe 1957

Nach 35 Jahren war eine Restaurierung der Vereinsfahne notwendig geworden. Am 3. August 1957 wurde die
erneuerte Fahne geweiht. 22 Vereine und 9 Musikkapellen waren damals in Au zu Gast. Die weiteste Anreise zu
diesem schönen Fest hatte der Verein aus Ampflwang in Oberösterreich. Leni Maier von Kogl war die Fahnenbraut.
Maria Kirchberger aus Altenburg, wie schon im Jahre 1922 bei der ersten Fahnenweihe, die Fahnenmutter und
Georg Brunner der Fähnrich. Bei dieser Festlichkeit waren noch vier Gründungsmitglieder anwesend und konnten
geehrt werden: Josef Wagner, Mayr von Schlachtham; Sebastian Huber, Haydn von Wilharting; Anian Bacher,
Lehrmann von Hofreuth und Josef Köck aus Brannenburg. Die Dirndl und Schalkfrauen zeigten sich bei diesem
Anlaß zum ersten Mal in einem einheitlichen Grün, das bis heute beibehalten wurde. Am 19 März 1958
verstarb der Gründungsvorstand Josef Wagner. Im Jahre 1971 war wieder ein Wechsel des Vereinslokals nötig.
Bis zum heutigen Tag finden seither alle Vereinsversammlungen im Gasthaus Andrelang (ehem.Beckenlehner) statt.
Seit 1971 wird jährlich auch ein Waldfest durchgeführt, das inzwischen zu einem sehr beliebten
Fest geworden ist.

3. Fahnenweihe 1977

Schon seit einigen Jahren trug man sich mit dem Gedanken, die erste Fahne aus dem Jahre 1922 durch
eine neue zu ersetzen. Die Vorderseite der neuen Fahne zeigt eine Ortsansicht, auf der Rückseite ist die
"Impler-Madonna" zu sehen. Bei herrlichem Wetter begann das Fest am 3. Juli 1977. 24 Vereine beteiligten sich mit
insgesamt 1390 Trachtlern an dieser würdigen Feier. Acht Musikkapellen spielten beim Festzug auf. Fahnenbraut
war diesmal Marianne Schlemer, Fahnenmutter Katharina Embacher und Fähnrich Josef Spann. Eingeleitet wurde
das Fest mit einem gut geglückten Heimatabend am Samstag, den 02. Juli. Im Rahmen der Festwoche wurde am
Sonntag, den 10. Juli, das Gebietspreisplattln durchgeführt.

75. Gründungsfest

Im kleinen Rahmen beging der Verein am 10./11. Juli 1982 das 75jährige Gründungsfest. Den Auftakt bildete wieder
ein Heimatabend im Festzelt. Der Festgottesdienst fand am Musikpavillon statt. Am Festzug beteiligten sich neben dem
Jubelverein, der Patenverein Hausham und die Ortsvereine. In den folgenden Jahren war der Verein nicht untätig.
Viele Feste in der Gemeinde wurden durch die starke Teilnahme der Trachtlerinnen und Trachtler verschönt. In den
letzten fünf Jahren wurde ein Heim für die Plattler geschaffen. Ebenso wurde die Theatergruppe des Vereins
wieder ins Leben gerufen.

80. Gründungsfest

Am 4. und 5. Juli 1987 wurde das 80jährige Gründungsfest des Vereins gefeiert. Eingeleitet wurden die Gedenktage
durch einen festlichen Heimatabend. Zahlreiche Gruppen aus Au und der Umgebung zeigten die Schönheit echter
Volksmusik und heimischen Brauchtums auf. Für über 50jährige aktive Mitgliedschaft beim Verein wurde
Martin Spann mit dem goldenen Gauehrenzeichen gewürdigt. Maria Feller, Ursula Juffinger, Katharina Hemeter,
Theresia Kreuzmeier, Magdalena Maier und Anna Spann wurden für jahrzehntelange Treue zur Trachtensache
vereinsintern geehrt. Zum Gründungsfest erschienen 35 Vereine mit 9 Musikkapellen. Über 1500 Trachtler nahmen
an einer eindruckvollen Feldmesse und am Festzug durch das Dorf teil. Das Gebietspreisplattln fand am 12. Juli statt und
rundete die Feierlichkeiten ab.


Unsere Vorstände


Josef Wagner
(1907−1911)

Johann Kolmberger
(1919−1920)

Josef Schuller
(1923−1927)

Peter Wiesböck
(1936−1939)

Martin Mayr
(1946−1952)

Johann Singer
(1962−1967))

Rupert Kink
(1990−2008)

Karl Schweiger
(1911−1919)

Michael Wendlinger
(1920−1923)

Josef Leonberger
(1927−1936)

Georg Milkreiter
(1939−1946)

Michael Seebacher
(1952−1962)

Martin Rauscher
(1967−1990)

Andreas Scheidl
(2008−heute)

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